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Bildungsangebote für ukrainische Kinder und Jugendliche – Jetzt!

Pressemitteilung 20.3.2022

Der Plan:

Ukrainische Lehrkräfte unterrichten ukrainische Kinder und Jugendliche in temporären Lerngruppen nach dem ukrainischen Bildungsplan unter zu Hilfenahme der vorhandenen Online Portale

Die Ausgangslage

Seit 3 Wochen kommen täglich tausende geflüchtete Familien aus der Ukraine mit ihren Kindern nach Berlin. Niemand kennt die Zahl der Kinder und Jugendlichen im schulpflichtigen Alter, niemand kann sagen, ob sie in der Berlin bleiben wollen oder weiterreisen in andere Länder. Je nach Verlauf des Krieges und Herkunftsregion ist für viele unklar, ob sie sich nur für einige Monate in Berlin aufhalten wollen und eine Rückkehr planen oder ob sie dauerhaft in Berlin bleiben wollen.

Deshalb ist es richtig, dass die Senatsbildungsverwaltung versucht neue Willkommensklassen in den öffentlichen und privaten Schulen einzurichten. Angesichts der aber schon vor dem Kriegsausbruch herrschenden Raum- und Personalnot in Berlins Schulen ist dies nicht kurzfristig umsetzbar.

Gleichzeitig gibt es bei vielen Familien aber auch den Wunsch bis zur Klärung ihrer dauerhaften Perspektive ein Stück Alltagsnormalität herzustellen, indem sie durch muttersprachliche Lehrkräften vorübergehend ihren Schulunterricht online gestützt fortsetzen können.

Der Hinweis auf eine gut entwickelte Lehrplankultur die im Internet für die Jahrgangsstufen 5-11 verfügbar ist    https://lms.e-school.net.ua/  bietet Chancen, die wir in Corona Zeiten erst dabei sind zu entwickeln. Benötigt werden dazu Räume auch außerhalb von Schulen mit guter WLAN Anbindung, Laptops und ukrainische Lehrkräfte. In etlichen Bezirken ist dazu bereits durch Hilft-Initiativen Interesse angemeldet, erste Eltern suchen bereits derartige Lerngruppen oder sind dabei sie zu gründen. Solche jahrgangsübergreifenden Kleingruppen Settings sind keine Alternative zu staatlichen Willkommensklassen, sondern ein schnelleres Angebot für die Übergangsphase.

Phase I

Die Suche nach geeigneten ukrainischen Lehrkräften, die sich in Berlin aufhalten und sich vorstellen könnten Unterricht zu erteilen.

Dazu hat Schöneberg Hilft e.V. es übernommen eine zentrale Erfassung zu organisieren und geht mit folgendem Aufruf in die sozialen Netzwerke und Kontaktstellen:

Увага! Шукаємо українських вчителів, які зараз в Берліні. 

Якщо Ви можете продовжувати навчати учнів 1-11 класів за українським навчальним планом, напишіть нам на електронну адресу:

ukr_teacher_in_berlin@schoeneberg-hilft.de

Будь ласка, вкажіть чи Ви володієте іншими мовами, окрім української. Ми обов’язково зв’яжемось з вами! 

Achtung ukrainische Lehrerinnen und Lehrer, die in Berlin sind!

Wenn Sie den Unterricht in den Klassen 1-11 durchführen und den Lernprozess des ukrainischen Lehrplans für ukrainische Schüler in Berlin fortsetzen können, schreiben Sie bitte eine e-Mail an diese Adresse: ukr_teacher_in_berlin@schoeneberg-hilft.de

Bitte geben sie auch an, ob sie neben ukrainisch noch weitere Sprachen sprechen. Wir setzen uns dann mit ihnen in Verbindung! Fragen zu diesem Projekt richten Sie bitte an kuhn@schoeneberg-hilft.de

Phase II

Interessierte Lehrpersonen werden von uns beraten und an interessierte Träger und Gruppen weitervermittelt. Selbstverständlich werden wir auch auf die Meldeportale der Senatsbildungsverwaltung verweisen, wenn Interesse besteht eine Beschäftigung im staatlichen Schulbereich zu erhalten.

Ausblick

Niemand kann vorhersagen, welche Resonanz es auf diesen Aufruf geben wird, niemand kann heute prognostizieren, wie viele solcher temporären Lerngruppen es geben wird. Und völlig unbegründet ist aus unserer Sicht die Befürchtung, hier würde eine Parallelgesellschaft installiert. Für eine dauerhafte Inklusion in unsere Gesellschaft ist das Erlernen der deutschen Sprache zwingend, in der aktuellen Situation geht es aber darum auch flexible und unkonventionelle Übergangslösungen zu erproben.

Für den Vorstand Schöneberg Hilft e.V.: Henning Tegner,

Projektleiter: Hans-Jürgen Kuhn (kuhn@schoeneberg-hilft.de)

Siehe auch Artikel im Tagesspiegel dazu.

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